Was steckt hinter dem Verdopplungswürfel beim Backgammon
Verfasst von Lukas
Mittwoch, September 03, 2008
Während das Backgammon-Spiel fast 5000 jahre auf dem Buckel hat, wurde der soganannte Dopplerwürfel oder Verdopplungswürfel erst in den frühen 20er Jahren von einem anonymen Genie erfunden.
Für den Einsteiger etwas verwirrend, denn mit diesem wird nicht regulär gewürfelt, sondern die Chance des Einsatzes verändert und deshalb ist dieser Würfel für Turniere, in denen um Geld gespielt wird interessant. Dieser Würfel ist mit den Zahlen 2, 4, 8, 16, 32 und 64 beschriftet. Glaubt während des Spieles einer der Spieler nun etwa, dass er das Spiel gewinnen wird, so kann er seinem Gegenüber den Dopplerwürfel anbieten. Dieser verliert dann automatisch diese Spielrunde, wenn er dieses Angebot ablehnt.
Wenn aber Gegner das Angebot aber akzeptiert und zustimmt, so bekommt er den Verdopplungswürfel mit der nach oben liegenden Zahl 2 als Erinnerung darauf, dass das Ergebnis des Spiels verdoppelt wird. Sollte dann der andere Spieler im folgenden Verlauf des Spieles zu der Meinung gelangen, dass er wiederum das Spiel gewinnen wird, kann er jetzt dem Gegner den Dopplerwürfel anbieten. Der Würfel wird dann jeweils so herumgedreht, dass die neue Zweier-Potenz sichtbar wird.
Verdoppeln kann übrigens nur, wer im Besitz der Dopplerwürfel ist, und zwar vor dem eigentlichen Würfelversuch mit den beiden 6er Würfeln. Dieser Wurf wird erst dann ausgeführt, wenn der Gegner angenommen hat.
Der Verdopplungswürfel geht bis 64, aber nach den Regeln sind weitere Verdopplungen möglich, kommen aber selbst unter Profispielern äußerst selten vor. Selbst Verdopplungen bis 16 sind selten. In einem Spielverlauf bis zu einer bestimmten Anzahl von Punkten (meist eine ungerade Zahl) ist ab einem bestimmten Wert weiteres Verdoppeln sinnlos, weil dann der Spieler, der dieses Spiel gewinnt, auch das ganze Match gewinnt, egal wie oft noch weiter verdoppelt wird.
Der Verdopplungswürfel wird vor allem dann eingesetzt, um Backgammon-Partien, deren Ausgang vorhersehbar ist, schnell zu Ende zu bringen. Erfahrene Profi-Spieler können anhand der Spielstellung auch besser erkennen, ob sie die Gefahr einer Verdopplung eingehen können oder ob sie bei einer Verdopplung durch den Gegner besser aufgeben.
Diese Entscheidung hängt bei einem Turnierspiel auch vom Punktestand ab. Der Spieler der sich im Rückstand befindet, wird meist aggressiver verdoppeln und annehmen, während der Führende eher vorsichtig spielen wird.
Generell kann man sich folgendes merken: Wenn man noch mehr als ca. 25 % Gewinnchance hat, soll man mitgehen (take); sind die Chancen wesentlich geringer, gibt man besser auf (pass).
Wenn allerdings eine gute Möglichkeit besteht, ein Gammon oder gar Backgammon zu gewinnen, so kann es durchaus vorteilhaft sein, nicht zu verdoppeln und normal weiterzuspielen, um einen höheren Gewinn zu erzielen. Würde man jedoch in einer solchen Situation verdoppeln, besteht die Gefahr dass der Gegner ablehnt, und man erhielte nur den einfachen Einsatz als Gewinn.
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